|
|
damals |
heute |
|
Die Hauptsynagoge F2, 13Schon 1660 wird eine Synagoge ("Schul") in Mannheim erwähnt. Diese stand schon damals in F2,13. Die wachsende Zahl der Gemeindemitglieder machte einen Neubau notwendig, der 1855 fertiggestellt wurde. Die Hauptsynagoge hatte die Form einer dreischiffigen Pseudobasilika, der "byzantinischen Stil" sollte an die gemeinsame Bautradition von Juden und Christen erinnern. Mit der Einweihung der Hauptsynagoge trat die neue liberale Gottes-dienstordnung in Kraft, und ein aus Männern und Frauen bestehender Chor begleitete von nun an die Gottesdienste. | ||
|---|---|---|
|
Rabbiner Dr. MAX GRÜNEWALDkam 1925 nach Mannheim. Bis 1938 wirkte er als Jugend- und Stadtrabbiner an der Hauptsynagoge. Er gründete die Jugendgemeinde und war an der Konzeption des 1926 eingerichteten Wohlfahrts- und Jugendamtes maßgeblich beteiligt. 1929 initiierte er die Gründung des Mannheimer Lehrhauses und ab 1933, in der Zeit zunehmenden Antisemitismus auch in den Schulen, betrieb er die Einrichtung von jüdischen Schulklassen. 1934 wurde er zum Gemeindevorsitzenden gewählt. Diese bisher einmalige vereinigung von religiösem und weltlichen Amt in einer Person sollte die Position der Gemeinde stärken. Am 1.4. 1938 ging Grünewald nach Berlin, wo er die Auswanderung deutscher Juden vorbereitete. Im August 1938 wanderte er nach Palästina aus und ging 1939 nach New York. Er war Präsident des Leo-Baeck-Istituts, der American Federation of Jews from Central Europe. Ende 1992 starb er im Alter von 93 Jahren. 1993 gab die Stadt Mannheim zu seinem Andenken dem Platz in F3 den Namen "Rabbiner-Max-Grünewald-Platz".[Quellen] Volker Keller "Jüdisches Leben in Mannheim" S. 27 ff, "Bilder vom jüdischen Leben in Mannheim" S. 23 Karl Otto Watzinger "Geschichte der Juden in Mannheim 1650-1945" S. 150 |
|
|
|