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Ein Schlusswort...soll es eigentlich nicht sein. Denn abgeschlossen ist dieser virtuelle Rundgang zu Orten ehemaligen jüdischen Lebens in Mannheim nicht. Natürlich fehlen noch jede Menge Plätze, Häuser, Einrichtungen, die von jüdischer Kultur und jüdischem Leben in dieser Stadt geprägt waren. Es kann also weitergehen: Vielleicht konnte dieser virtuelle Rundgang ja dazu anregen, sich selbst auf die Suche zu machen. So ganz ohne Plan muss das ja nicht passieren. Einschlägige Literatur gibt es genug. Auf sie wird in diesem virtuellen Rundgang hingewiesen. Etwas Neugier ist erforderlich und vor allem: Interesse an den Menschen und ihrer Geschichte, an der jüdischen Gemeinschaft hier in Mannheim, die das Leben unserer Stadt prägte, in dieser Stadt verfolgt und aus ihr verschleppt wurde.Mit diesem Interesse und dieser Neugier hat es jedenfalls bei uns begonnen: "60 Jahre und kein bißchen Weise...?!..." so lautete das Jahresthema bei uns im BDKJ 1998. 60 Jahre waren seit der Reichspogromnacht vergangen. Wir wollten an die Ereignisse damals erinnern und fragten uns in diesem Zusammenhang auch: Wo lebten eigentlich jüdische Bürgerinnen und Bürger in Mannheim? Welche jüdische Einrichtungen und Institutionen gab es? Gibt es diese Orte heute noch und wie sehen sie aus? Damit haben wir uns beschäftigt und die Erfahrung gemacht: Von den Orten kommen wir zu den Menschen. Zu den Menschen, die hier lebten, ihre Gemeinschaft organisierten, Anliegen vertraten, Visionen hatten, sich zum Wohle der Stadt zusammenschlossen und ihren Glauben ausübten. Weil wir über die Orte und Plätze auch zu den Menschen kamen, die diese mit Leben füllten, deswegen kam in uns auch die Befürchtung auf: Wenn diese Orte und Plätze - besser: deren Geschichte - vergessen wird, dann geraten auch die Menschen, die hier lebten sehr schnell in Vergessenheit. Wir haben diesen virtuellen Rundgang zuerst nicht im Internet, sondern "live" gemacht: unter uns im BDKJ, als Angebot für Jugendliche, die sich auf die Firmung vorbereiten, für Jugendgruppen und JugendgruppenleiterInnen. Und immer wieder machten wir die Erfahrung: Geschichte wird lebendig und die Ereignisse von damals werden befreit aus dem Gefängnis nüchterner Worte und Fakten, die heutige Jugendliche nicht anders als aus den Geschichtsbüchern kennen. Wir wollen erinnern: An die ungemein reiche gestalterische Kraft jüdischen Lebens in Mannheim. Wir wollen auch erinnern an die grausamen Jahre, in denen diese Kraft gebrochen und Mitbürgerinnen und Mitbürger aus unserer Mitte in die Gaskammern der Vernichtungslager verschleppt wurden. Wir wollen erinnern, damit uns das jüdische Erbe in dieser Stadt nicht gänzlich entrissen wird. Und: Wir wollen erinnern, damit die grausamen Akte der Ausgrenzung, Verfolgung, Verschleppung, der Diskriminierung und der Menschenverachtung sich unter uns heute und morgen und nie wieder ereignen. - Vielleicht kann dieser virtuelle Rundgang genau dazu ein kleiner Beitrag sein. Jüdisches Leben gibt es heute wieder in Mannheim. Gott sei dank! Immerhin beträgt die Anzahl der Mitglieder ungefähr ein Zehntel der Mitgliederzahl zu Beginn der Dreißiger Jahre. Wie damals, so leistet auch heute die Jüdische Gemeinde Mannheim einen sehr wertvollen Beitrag zum Miteinander in dieser Stadt. So sind auch wir dem Vorstand der jüdischen Gemeinde zu Dank verpflichtet. In Person von Herrn David Kessler, hat er unsere Textentwürfe kritisch gegengelesen, die Bilder betrachtet und uns viele wertvolle Hinweise gegeben. Es war schön zu erfahren, dass die Beschäftigung mit der Vergangenheit in die Gegenwart weist und gemeinsame Gespräche und Erlebnisse für die Zukunft hoffen lassen. Wenn die "virutellen Spaziergänger" unsere Seiten besuchen, dann hoffen wir, dass dies für sie zur Ermutigung wird, den Dialog zu suchen und allen Tendenzen zu Ausgrenzung und Fremdenhass mitten unter uns entegegenzuwirken. BDKJ Mannheim im September 2000 Auf Anregungen, Kritik und Hinweise freuen wir uns. Wenden Sie sich bitte an folgende Adresse: Haus der Jugend Mannheim C2, 16-18 68159 Mannheim Tel. 0621 12 695 0 email: BDKJ-Haus-der-Jugend@t-online.de |
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